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Urinaltrennwände: Planungsgrundlagen, Materialien und Kosten für Gewerbeobjekte

Drei Urinale mit dunklen Urinaltrennwänden, davor ein Handwerker

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Wer öffentliche oder gewerbliche Sanitärbereiche plant, kommt an der Frage der Urinalabtrennung nicht vorbei. Ob Bürogebäude, Sporthalle oder Schule: Urinaltrennwände sind in vielen Objekten Pflicht, nicht Kür. Dieser Artikel zeigt, welche Normen gelten, welche Materialien sich in der Praxis bewähren und mit welchen Kosten Auftraggeber kalkulieren müssen.

Warum Urinaltrennwände in gewerblichen Sanitärräumen Pflicht sind

Die Arbeitsstättenregel ASR A4.1 fordert für Toilettenräume mit mehreren Urinalen eine Sichtschutzblende zwischen den Nutzern. Das gilt für Bürogebäude, Produktionsstätten und öffentliche Einrichtungen gleichermaßen. Fehlt die Abtrennung, ist die Sanitäranlage nicht abnahmefähig. Bei Neubauten und größeren Sanierungen prüfen Behörden diesen Punkt routinemäßig.

Neben der reinen Normerfüllung spielt die Nutzerakzeptanz eine Rolle. Fehlende Urinalabtrennung führt in der Praxis zu Beschwerden, besonders in Bürogebäuden mit hoher Fluktuation und in öffentlich zugänglichen Bereichen wie Sporthallen oder Gastronomiebetrieben.

Urinaltrennwand vs. Schamwand: Begriffe und Unterschiede

In Ausschreibungen und Angeboten tauchen unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe Bauteil auf. Schamwand WC, Pissoir Trennwand oder Urinal Sichtschutz meinen in der Regel dieselbe Konstruktion: eine seitliche Trennplatte zwischen zwei Urinalen. Der Begriff Schamwand wird häufiger im Sanitärhandwerk verwendet, während Urinalabtrennung eher in Architektenausschreibungen erscheint. Bei der Anbieterrecherche lohnt es sich, beide Begriffe parallel zu prüfen, da manche Hersteller ihre Produktlisten unterschiedlich benennen.

Typische Bauformen

Am Markt haben sich drei Grundformen etabliert:

  • Wandmontierte Trennplatte mit einseitiger Befestigung an der Rückwand
  • Bodenmontierte Ausführung mit zusätzlichem Standfuß, geeignet bei geringer Wandtragfähigkeit
  • Deckenabhängung, vor allem bei Vollverfliesung oder wenn keine Wandbefestigung gewünscht ist

Die wandmontierte Variante ist die häufigste Lösung im Objektbau, da sie am wenigsten Bodenfreiheit beansprucht und die Reinigung erleichtert.

Materialien für Urinaltrennwände im Vergleich

Die Materialwahl entscheidet über Lebensdauer, Reinigungsaufwand und Anschaffungskosten. In der Praxis dominieren drei Werkstoffe.

HPL und Kompaktplatte

Hochdrucklaminat, meist als Kompaktplatte verarbeitet, ist der Standard im gewerblichen Sanitärbau. Die Platten sind feuchtraumgeeignet, stoßfest und in zahlreichen Dekoren erhältlich. Übliche Materialstärken liegen zwischen 10 und 13 Millimetern. HPL punktet bei mittlerem bis hohem Nutzungsaufkommen durch gute Reinigungsfähigkeit und geringen Wartungsaufwand.

Edelstahl

In Bereichen mit hoher Vandalismusneigung, etwa öffentlichen Toiletten oder Sportstätten, setzen Planer häufig auf Edelstahl. Die Trennwände sind mechanisch besonders widerstandsfähig, allerdings in der Anschaffung teurer als HPL-Lösungen. Edelstahl eignet sich zudem für Bereiche mit erhöhten Hygieneanforderungen, etwa in Krankenhäusern oder Lebensmittelbetrieben.

Kunststoff und beschichtete Spanplatte

Im preissensiblen Segment kommen Kunststoffvarianten oder beschichtete Spanplatten zum Einsatz. Sie sind günstiger, erreichen aber nicht die Feuchtraumbeständigkeit und Langlebigkeit von HPL oder Edelstahl. Für Objekte mit geringem Budget und niedriger Nutzungsfrequenz kann diese Lösung dennoch ausreichend sein.

Urinaltrennwände

Maße und Planungsgrundlagen für Urinalabtrennungen

Die gängige Breite einer Urinaltrennwand liegt zwischen 300 und 400 Millimetern, die Höhe variiert je nach Objekttyp zwischen 900 und 1200 Millimetern. In Schulen und Kitas werden häufig niedrigere Höhen gewählt, um Sichtlinien für Aufsichtspersonal zu erhalten, während in Bürogebäuden und öffentlichen Einrichtungen die Standardhöhe von rund 1000 Millimetern üblich ist.

Die Bodenfreiheit sollte 100 bis 150 Millimeter betragen, um die Reinigung zu erleichtern und Feuchtigkeitsschäden an der Plattenunterkante zu vermeiden. Bei barrierefreien Objekten nach DIN 18040 sind zusätzliche Anforderungen an Bewegungsflächen und Anfahrbarkeit zu beachten, auch wenn diese Norm primär die WC-Kabine selbst betrifft.

Montageart: Einhand-Montage als Praxisstandard

Für die Wandbefestigung hat sich die Einhand-Montage als Standard etabliert. Sie ermöglicht eine schnelle Installation ohne aufwendige Unterkonstruktion und reduziert die Montagezeit bei Serieninstallationen deutlich, was besonders bei mehreren Urinalplätzen in einem Sanitärraum ins Gewicht fällt.

Kosten für Urinaltrennwände im Gewerbeobjekt

Die Preisspanne pro Trennplatte inklusive Beschlägen liegt bei einfachen Kunststoffausführungen bei etwa 80 bis 150 Euro. HPL-Kompaktplatten bewegen sich je nach Stärke und Dekor zwischen 150 und 350 Euro pro Element. Edelstahlausführungen liegen mit 300 bis 600 Euro pro Trennwand deutlich darüber, abhängig von Materialstärke und Oberflächenveredelung.

Bei Projekten mit mehreren Urinalplätzen kalkulieren Anbieter häufig Staffelpreise. Ab etwa fünf Trennelementen sinkt der Stückpreis spürbar, weshalb sich bei größeren Sanitäranlagen ein Gesamtangebot lohnt statt Einzelbestellungen. Zusätzlich fallen Montagekosten an, die je nach Aufwand und Anzahl der Elemente zwischen 40 und 100 Euro pro Trennwand liegen.

Einsatzbereiche: Wo Urinaltrennwände besonders relevant sind

Die Nachfrage nach Urinalabtrennungen konzentriert sich auf bestimmte Objekttypen:

  • Bürogebäude und Verwaltungen mit gesetzlicher ASR-Pflicht
  • Schulen und Kitas mit besonderen Anforderungen an Höhe und Materialrobustheit
  • Sporthallen und Vereinsheime mit hoher Nutzungsfrequenz und Vandalismusrisiko
  • Gastronomiebetriebe mit häufigem Publikumsverkehr und entsprechend hohem Reinigungsaufwand
  • Bahnhöfe, Flughäfen und andere öffentliche Verkehrsbauten

In jedem dieser Bereiche unterscheiden sich die Anforderungen an Material und Ausstattung. Während im Bürogebäude Optik und Reinigungsfreundlichkeit im Vordergrund stehen, dominiert in Sporthallen und öffentlichen Anlagen die Robustheit gegenüber mechanischer Beanspruchung.

Worauf Einkäufer bei der Anbieterauswahl achten sollten

Bei der Ausschreibung oder Anfrage von Urinaltrennwänden empfiehlt sich ein Vergleich nach folgenden Kriterien:

  • Materialstärke und Feuchtraumeignung der angebotenen Kompaktplatte
  • Lieferzeit, besonders bei Projekten mit festem Bauzeitenplan
  • Montagearten und Kompatibilität mit vorhandener Unterkonstruktion
  • Erfahrung des Anbieters mit vergleichbaren Objekttypen, etwa Schulen oder öffentlichen Gebäuden
  • Garantieumfang bei Materialfehlern und Beschlagsverschleiß

Da sich Anbieter in Preis, Materialqualität und Lieferfähigkeit teils deutlich unterscheiden, lohnt sich vor der Vergabe ein strukturierter Vergleich mehrerer Angebote. Wer Urinal Abtrennung kaufen möchte, sollte nicht allein auf den Stückpreis schauen, sondern Gesamtkosten inklusive Montage und Folgekosten bei Wartung und Ersatzteilen einbeziehen.

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